Fachbegriffe zu Versicherungen

Fachbegriffe in Versicherungsverträgen


Unterversicherung

Ist bei einer Sachversicherung die Versicherungssumme zum Zeitpunkt eines Schadensfalles niedriger als der Wert der versicherten Sache, handelt es sich um Unterversicherung.

Im Schadensfall wird die Entschädigung dann nur anteilig berechnet. Daher sollte regelmäßig geprüft werden, ob Versicherungssumme und Versicherungswert noch übereinstimmen. Viele Versicherungsverträge fangen eine geringfügige Unterversicherung durch eine Vorsorgeklausel auf, mit der bis zu 10 % der Versicherungssumme zusätzlich versichert sind.

Die Formel für eine Entschädigung lautet:

Auch ist es bei bestimmten Versicherungssparten möglich, einen Verzicht auf Anrechnung von Unterversicherung zu vereinbaren. Bis zu Höhe der Versicherungssumme wird dann jeder Schaden voll bezahlt.


Versicherungssumme

Als Versicherungssumme wird der Betrag bezeichnet, der durch einen Versicherungsvertrag im Höchstfall abgedeckt ist.

Bei Schadenversicherungen (zum Beispiel Haftpflichtversicherungen) wird von der Deckungssumme gesprochen. Schäden werden also nur bis zu dieser Höhe vom Versicherer reguliert, auch wenn der Schaden höher ist.

Bei Summenversicherungen (zum Beispiel Lebensversicherungen) bezeichnet die Versicherungssumme einen festen Betrag, zu dessen Zahlung sich der Versicherer verpflichtet hat.


Versicherungswerte

  • Neuwert: Der Neuwert ist der Betrag, der „zur Wiederbeschaffung aufgebracht werden muss, um eine neue Sache gleicher Art, Güte und Funktion zu erhalten“, also der Wiederbeschaffungswert am Tag des Schadens. Neuwertversicherungen sind zum Beispiel die Hausratversicherung und Gebäudeversicherung.
  • Zeitwert: Darunter versteht man im Versicherungsbereich den Neuwert einer Sache abzüglich eines Geldbetrages für Alter, Gebrauch und Abnutzung.
  • Wiederbeschaffungswert: Der Wiederbeschaffungswert ist der Wert eines möglichst gut vergleichbaren Gegenstands, der gebraucht verkauft wird. Kunstgegenstände und Antiquitäten können verständlicherweise nicht zum Neuwert angeschafft werden. Für diese Gegenstände zahlt der Versicherer im Schadenfall eine Entschädigung in Höhe des Wiederbeschaffungswertes für Sachen gleicher Art und Güte.
  • Gemeiner Wert: In einem Haushalt sammeln sich im Lauf der Jahre auch Dinge an, die dem ursprünglichen Zweck nach nicht mehr zu verwenden sind. Für diese Gegenstände ist der Entschädigungswert der sogenannte gemeine Wert. Dies entspricht in etwa dem Preis, den Sie für diese Gegenstände auf einem Floh- oder Trödelmarkt erzielen würden.
  • Restwert: Wenn eine beschädigte Sache teilweise noch verwendungs- und funktionsfähig ist, wird der verbliebene Restwert bei der Ermittlung der Entschädigungsleistung angerechnet.
  • Wertminderung/Beschädigung: Der Versicherer ersetzt bei beschädigten Sachen die Reparaturkosten und zahlt ggf. für die entstandene Wertminderung eine Entschädigung, jedoch höchstens den Versicherungswert. Übersteigen diese beiden genannten Ersatzleistungen den Neuwert, zahlt der Versicherer eine Entschädigung in Höhe des gegenwärtigen Preises für die beschädigte Sache.


Versicherungsort

Unter Versicherungsort versteht man den Ort, an dem etwas als versichert gelten soll. Ihre Handtasche ist zum Beispiel im Rahmen der Hausratversicherung in Ihrer verschlossenen Wohnung gegen Diebstahl versichert, aber nicht mehr in Ihrem Pkw, der an der Straße parkt, oder an der Garderobe im Restaurant.


Versichertes Risiko

Unter „versichertes Risiko“ versteht man die versicherte Person oder versicherte Sache.


Versicherte Person

Das ist die Person, die versichert gelten soll. Diese kann vom Versicherungsnehmer (dieser schließt den Vertrag mit der Versicherungsgesellschaft ab) abweichen, zum Beispiel wenn ein Vater seine Kinder in einer Unfallversicherung versichert.


Versicherter Schaden

Unter „Schaden“ im versicherungstechnischen Sinn versteht man zum Beispiel

  • Verlust
  • Beschädigung
  • Zerstörung


Versicherte Gefahr

Unter „versicherter Gefahr“ versteht man die Ursache für einen Schaden, zum Beispiel

  • Brand
  • Überschwemmung
  • Vandalismus
  • Haftung gegenüber Dritten
  • Tod
  • Krankheit
  • Hagel
  • Diebstahl
  • usw.


Außenversicherung

Unter Außenversicherung versteht man eine Erweiterung des Versicherungsschutzes auf Bereiche außerhalb des Versicherungsortes. Ihr Hausrat ist zum Beispiel auch außerhalb ihrer Wohnung versichert, wenn er dort vergleichbar gesichert ist. Beispiel: Im Urlaub werden Ihre Kleider aus dem verschlossenen Hotelzimmer gestohlen. Die Außenversicherung ist begrenzt auf 10 % der Versicherungssumme.